Ambulantisierung im Gesundheitswesen #3

Shownotes

In dieser Episode des Ecclesia Podcast spricht Nadja Bürger darüber, welche konkreten Folgen dieser Strukturwandel für Gesundheitsunternehmen hat, warum klassische Deckungskonzepte zunehmend an ihre Grenzen stoßen und wo in der Praxis die größten Risikolücken entstehen.

In dieser Folge erfahren Sie:

  • Was genau hinter der Ambulantisierung der Gesundheitsversorgung steckt
  • Welche Haftungsverschiebungen durch ambulante Strukturen entstehen
  • Wo klassische Versicherungslösungen an ihre Grenzen stoßen
  • Welche Risiken in Schnittstellen zwischen Versorgungspartnern entstehen
  • Welche strategischen Fragen Geschäftsführungen vor neuen Versorgungsmodellen klären müssen

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:16: Die Krankenhausversorgung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel.

00:00:20: Neue Versorgungsformen entstehen, Strukturen verändern sich, Verantwortlichkeiten verschieben sich und mit ihnen verändern auch Haftungsrisiken, Versicherungsbedarfe.

00:00:33: Herzlich Willkommen zum Egläsia Podcast.

00:00:36: Ich bin Matthias Milberg und diese Folge wurde auch im gläsernden Studio auf dem Iglesias Hammett in Bielefeld aufgezeichnet.

00:00:43: Wir sprechen heute darüber, in dieser Folge wo klassische Deckungskonzepte nicht mehr passen welche Risiken im Zuge der Ambulantisierung häufig unterschätzt werden Und wie Krankenhäuser sich strategisch und zukunftsfähig aufstellen können.

00:00:58: Mein Gast ist Natja Bürger, Leiterin des Geschäftsfelds Ambulantes Gesundheitswesen und Mitglied der Geschäftsleitung.

00:01:05: Sie startete in der Kundenbetreuung für Krankenhäuser, baute das Geschäfts-Feld Ambuland des Gesundheitswesens mit auf und verantwortet seit Jahrzehntevierundzwanzig zusätzlich das neue Geschäfts Feld Direktservice inklusive der Egläsia Ausbildungswerkstatt.

00:01:22: Wie verändert die Ambulantisierung, die Risikolandschaft und welche Rolle spielen wir als strategischer Partner in diesem Strukturwandel?

00:01:30: Darüber wollen wir sprechen.

00:01:32: Hallo erstmal und herzlich willkommen Natja Bürger!

00:01:34: Hallo ich grüße Sie.

00:01:35: vielen Dank dass ich hier sein darf.

00:01:37: man hört ja immer wieder von einem Wandel der Krankenhausversorgung von stationär zur ambulanten versteckt genau dahinter.

00:01:43: Also zunächst mal ist wichtig zu wissen, Gesundheitsbedarfe sind steigend.

00:01:47: Gesundheitsversorgung ist ein Gut was wir immer mehr brauchen werden.

00:01:51: die Bevölkerung wird immer älter das heißt die Bedarfe die wachsen ständig aber die Versorgung is halt unheimlich teuer und im speziellen die Versorgen im stationären Bereich also die klassische Krankenhaushersorgung es extrem teuer zu finanzieren und heute ist auch nicht mehr jede versorgung nötig im Krankenhaus zu machen.

00:02:09: die Technisierung dass wir ganz viele Behandlungen auch ambulant, das heißt ohne Krankenhausaufenthalt durchführen lassen können.

00:02:21: Das ist für die Allgemeinheit in der Regel etwas kostengünstiger und auch für den Patienten natürlich mit viel weniger Aufwand verbunden.

00:02:28: Welche typischen Haftungsverschiebungen entstehen durch die Ambulantisierung?

00:02:33: Leistungsverbringer, die im ambulanten Umfeld medizinisch versorgen.

00:02:37: Da denkt man im ersten Schritt an niedergelassene Ärzte.

00:02:41: Niedergelassenärzte gibt es schon ewig und wird es immer geben.

00:02:43: Und das ist auch gut so und richtig, denn die Versorgung, die tragen einen ganz breiten Teil der Versorgungen in Deutschland.

00:02:49: Die Ärzte im niedergelassenen Bereich werden aber komplexer in ihren Strukturen.

00:02:55: Das heißt, die Versorgen als Alleinkämpfer, die wird so nach und nach, das sehen wir abgelöst durch eben kooperative Versorgungs- in Gemeinschaftspraxen, in medizinischen Versorgungszentren.

00:03:08: In größeren ambulanten Praxisstrukturen.

00:03:11: und je größer diese Zentren werden und je mehr Leistungen sie erbringen, desto komplexer und größer werden eben auch die Risiken, die Sie dort tragen.

00:03:21: Wo erleben denn Makler-und-Risikoberater aktuell die größten Deckungslippen?

00:03:25: größte Deckungslücken sieht man im klassischen Haflichtrisiko, dass sich Ärzte die Leistungen anbieten oftmals gar nicht mehr bewusst sind.

00:03:33: Dass ihr Risiko sich vergrößert wenn eben das Leistungssprektum sich auch vergrößt hat.

00:03:37: manchmal ziehen die Deckungen und die Verträge die sie vorhalten diese Veränderung gar nicht mit.

00:03:42: Das wird oftmals vergessen.

00:03:43: das ist aber wichtig dass man die Versorgung also die versicherungsvertragliche Versorgungen auf die Leistung die man erbringt auch anpasst und das regelmäßig.

00:03:53: Die Beratungsschwerpunkte

00:03:57: verändern sich einfach, weil die Strukturen viel größer werden und damit kommen eben auch andere Themen rein.

00:04:02: Also das eine ist die Versorgung auf der ärztlichen Seite und die Absicherung der ärzlichen Risiken also die klassische Arzt- oder Krankenhaushaftlichtversicherung und auf der anderen Seite eben auch die Risiken, die das Management trägt aufgrund der kaufmännischen und administrativen Geschäfte, die sie da führen.

00:04:20: Und je größer die Strukturen werden, desto größer werden auch die Risiken.

00:04:22: Wir sehen eben auch unheimlich hohen Grad an Beteiligungen und auch Finanzdienstleister, die in den Gesundheitssektor investieren und mit solchen Investorengruppen verändern sich eben auch die Anforderung an das Management in diesen Einrichtungen – ob das Krankenhaus oder ambulante Einrichtung

00:04:40: sind.".

00:04:40: Aber sollten denn Geschäftsführungen vor der Einführung ambulanter Modelle klären?

00:04:45: sollten auf jeden Fall klären, dass der Haftlichtversicherungsschutz ausreichend konzipiert ist.

00:04:48: Dass der Versicherungsschutz auch der Höhe nach zur Verfügung steht.

00:04:51: Die Versicherungssumme spielt eine ganz große Rolle denn die Haftung ist eben nicht an die Höhe der Versicherungssumme begrenzt sondern die Haiftung ist erstmal der Höhenach unbegrenzt und man kann ein Teil über Versicherungen versichern und den Teil dem man da nicht versichert hat, den trägt man im Zweifel selbst und deswegen ist es ganz wichtig mit Blick auf die Zukunft steigende Bedarf und Anforderungen auch von Patienten oder Patientenvertretung im Komplikationsfall, oder im Schadenfall.

00:05:20: Dass man eben die Versicherung so wählt dass sie auch in zehn, zwanzig oder vielleicht sogar auch mein dreißig Jahre noch ausreicht.

00:05:25: Das ist ganz wichtig!

00:05:26: Wie leistet Egläsia hier Unterstützung?

00:05:28: Also wir können das sehr gut beraten denn wir blicken natürlich auf einen ganz großen Erfahrungsschatz.

00:05:34: Wir begleiten die Krankenhäuser und auch die medizinischen Leistungserbringer im ambulanten also vertragsetzlichen Umfeld schon seit vielen, vielen Jahren und Jahrzehnten Und wir sehen eben, wie sich die Anspruchsmentalität verändert.

00:05:45: Wir sehen, wie sie sich die Schäden der Höhe nachverändern.

00:05:48: Wir seh'n welche Versicherungs-Summen und Leistungen gebraucht werden am

00:05:52: Markt?

00:05:53: Das sollte man auf jeden Fall in die Hände von Spezialisten legen – das kann man nicht nebenher machen!

00:05:58: Ja was nehmen wir mit?

00:05:59: zum Schluss?

00:05:59: Ambulantisierung bedeutet nicht weniger Risiko sondern andere Haftungsrisiken.

00:06:05: Klassische stationäre Versicherungskonzepte greifen bei ambulanten Strukturen oft zu kurz.

00:06:11: Gerade an Schnittstellen etwa beim MVZ, Belegärzten oder Kooperationspartnern entstehen besondere Haftungsthemen.

00:06:19: Und deshalb gilt Versicherungs- und Risikomanagement sollte nicht erst reagieren sondern frühzeitig in strukturelle Entscheidungen eingebunden werden.

00:06:27: Ich bedanke mich fürs Zuhören und ich bedanque mich insbesondere ganz herzlich bei meinem Gast Natja Bürger.

00:06:33: Vielen Dank

00:06:36: Das war Eglésia on Air.

00:06:39: Weitere Folgen finden Sie unter eglésiatee.

00:06:44: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Eglésia on Air.

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